Umweltabend beim WYC am 7. Februar 2001 in der Pellastube

Unter Leitung von Dr. Rudolf Platz (Umweltbeauftragter des WYC) fand im Rahmen des üblichen monatlichen Dämmerschoppens ein spezieller Umweltabend mit dem Themenschwerpunkt Bordtoiletten, Fäkalientank und Fäkalienentsorgung statt.

Dipl.-Ing. Walter Weimer (WYC) erklärte in anschaulicher Weise den Weg von der Bordtoilette über den Fäkalientank zum Klärwerk, die chemischen Vorgänge und die Verfahrensweisen der Entsorgung.

Ing. Dieter Schlüter (Sportwart Motorboote WYC) beleuchtete die verschiedenen Sichtweisen zum gleichen Thema in Form einer von  ihm verfassten karnevalistischen Büttenrede:




Wir achten Gesetze, das ist keine Frage,
sind redliche Bürger bei Nacht und am Tage,
wir schonen die Umwelt, da sind wir ganz toll,
also machen wir stets den Fäkalientank voll !

Doch, - in einem Vortrag hörten wir,
die Scheiß im Tank ist keine Zier.
Ist sie im Tank, dann kippt sie um
und wird bald zu Ammonium.
Genau gesagt zu eM Ha 4
dass stinkt dann wie ein nasser Stier.
Im Klärwerk kommt Sauerstoff dabei,
da erhält man Nitrat, das heißt eN O 3.
Darauf folgt ein Trick, man ahnt es schon,
der nennt sich dann “Denitrifikation”.
Ein schweres Wort, doch dann der Zoff,
entsteht ein Gas, das heißt Stickstoff.
Das geht dann in die Atmosphäre,
und alles ist sauber, dem Klärwerk zollt Ehre.

So weit, so gut, doch frag ich mich,
was heißt das denn nun unterm Strich?
Erst ist die NOTDURFT blitzeblank,
dann wandert sie ab in den Tank,
und tief im Tank, oh welcher Graus,
da wird jetzt Umweltschaden draus.
Am-mo-ni-um und eM H 4,
vielleicht kommt dazu noch Getier.
Wenn ich das richtig überlege,
ist das doch keine Umweltpflege!

Das Zeug muss dann ja auch an Land
technisch nicht einfach, wie bekannt,
und dann zum Schluss, man ahnt es schon,
kommt´s in die Ka-na-li-sa-tion
dann ab ins Klärwerk, da wird es geklärt
und wieder wird Energie verzehrt.
Ein riesen Aufwand für die Sache.
Die Überlegung die ich mache:
Ich frage nämlich, was das soll?
Erst machen wir den Fäktank voll,
erzeugen echt Gülle, es ist nicht zu fassen
um die dann teuer entsorgen zu lassen .....

Unsere Notdurft ist ein organischer Stoff,
so wie sie ist, macht sie keinen Zoff,
es riecht manchmal, schön, zugegeben,
doch manches stinkt auch so im Leben.
Wär´s okologischer nicht und ohne Zwang,
man füllt nicht erst den Fäkalientank,
macht gar nicht erst eine Fäkalie daraus,
sondern lässt alles in die Natur hinaus,
ganz einfach direkt heraus aus dem Klo,
hinaus zu den Fischen, ganz einfach so ?

Damit wir uns nicht falsch verstehen,
ich will die Umwelt nicht übersehen.
Chemie und Nitrate und all diese Plage,
gehören ins Klärwerk, ganz klar, ohne Frage.
Und im Hafen sowieso,
da geht man ins Clubhaus auf das Klo.

Doch die Wochenend-Notdurft,
versteht doch ihr Leute,
das galt doch schon gestern
und gilt auch noch heute:
Von Umweltbelastung ist da keine Spur.
Warum nicht ganz einfach: Zurück zur Natur ?
Die Fische warten schon vorm Loch,
Ihr könnt es glauben, doch, doch, doch,
die schnappen sich die braunen Krümel,
manchmal gibts Streit drum, gar nicht übel,
wer kriegt denn nun das größte Stück,
husch ist das Zeug weg, welch ein Glück.

Das ist Natur! Aus dieser Sicht:
Eine bessere Entsorgung gibt es nicht!
***

Die zahlreich erschienenen Clubmitglieder des WYC und die Gäste benachbarter Clubs nutzten dann die Möglichkeit einer ausgiebigen Diskussion aus der eines klar hervorging:

Wir alle wollen unsere Umwelt, speziell unser Basiselement Wasser, in sinnvoller und angemessener Weise so wenig wie möglich belasten.

Fotos: Dieter von Fleischbein  -  Text und Layout: Dieter Schlüter